Vita
In Rüdesheim geboren, dann in Freising bis zum fünften Lebensjahr gewohnt, nach Karlstadt bei Würzburg gezogen und dort viel Spaß in meiner Kindheit gehabt.
Als Jugendlicher wollte ich die Welt retten und kam (durch meine Mutter) an eine Kochlehrstelle im Backöfele in Würzburg. Dort fing ich schon mal an die Welt zu retten. Die markanten Charaktere von Köchen, die zu heiße Küche, der Stress, die Nachtarbeit, die Panik und doch gekonnte Koordination in der Küche faszinierten mich und ich wusste ich war richtig. Ich lernte die Grundbausteine einer traditionellen fränkischen Küche, das Machen von Wurst, dank der Hausschlachtung. Ich zerlegte Rehe und Fische und schälte kiloweise Spargel, Kartoffeln, Zwiebeln usw. Lernte die guten und die schlechten Seiten eines Koches kennen und schätzte die Teamarbeit und die dadurch entstehenden Freundschaften.
Der Stress, einen klaren Kopf zu behalten und das Essen so schnell und so gut wie möglich zum Gast zu bringen, wurde zu einer Sucht. Dabei habe ich aber nie den Spaß bei der Arbeit vergessen. Dank meiner guten Lehrmeister schaffte ich die Abschlussprüfung sehr gut und wurde in die harte Welt des Kochdaseins entlassen. Im "Käfer" in München und in den "Schweizer Stuben" in Bettingen lernte ich die gehobene Küche und die strenge Disziplin kennen, die perfekten Kombinationen und den vielseitigen Geschmack.
Nach einer harten Zeit war ich ausgepowert und probierte mich deshalb für einige Zeit als Schreiner. Doch die Lust und Liebe am Kochen brachte mich wieder in die Küche und das war gut so! Nach meinem Zivildienst kochte ich im szenigen "Mosquito" in Würzburg und probierte viele eigene Kreationen aus. Doch meine wichtigste und schönste Station war "3 Stuben" bei Stefan Marquard in Meersburg. Bei ihm und seinem Sous Chef Michael Schuster, lernte ich die Fähigkeit anders und genial zu kochen, selbständig zu arbeiten und den perfekten Geschmack zu finden.
Dank der Freundschaft, die unter uns Köchen entstand, war es möglich, dass alle von einem 30 Sitzplatz Restaurant zu einem 350 Plätze Restaurant - nämlich das "Lenbach" in München - wechselten. Ein turbulentes, hartes aber wichtiges Jahr erwartete mich, dann bot sich die Möglichkeit in ein kleines stylisches Restaurant - das "Ess9" - zu wechseln.
Das war dann mein erster Job als Küchenchef und es gelang mir und meinem Team, die Münchner Gastronomie etwas auf den Kopf zu stellen.
Es gab wilde Kombinationen mit Fisch, Fleisch, Frucht, dominanten Gewürzen und einer Prise willkürlichen Wahnsinns. Wunderbar!
Nur die Geburt meiner Tochter konnte das alles übertreffen.
Ab dem 26. Juli 2008 koche ich in meinem eigenen Münchner Restaurant "Gesellschaftsraum" in der Augustenstraße 7. In meinem gewohnt verrückten Stil koche ich dort im Ambiente der 70er.